Als Anfang 2020 ausgerechnet in einem der totalitärsten Staaten der Welt ein angeblich neuartiges Virus ausbrach, konnte man in einer auf Folgsamkeit konditionierten Gesellschaft mit libertiziden Maßnahmen darauf reagieren. Diese Vorgehensweise wurde im Anschluss von den zuständigen Autoritäten wie der WHO in höchsten Tönen gelobt und sollte die Blaupause für die westliche Welt werden.1
In the face of a previously unknown virus, China has rolled out perhaps the most ambitious, agile and aggressive disease containment effort in history.
Hier stand man nun allerdings vor der großen Herausforderung, die Notwendigkeit von Maßnahmen, welche den Bruch mit demokratischen Freiheitsrechten implizierten, der Öffentlichkeit überzeugend zu vermitteln. An dieser Stelle kam das Konzept “flatten the curve” ins Spiel.
Ausgangspunkt
Die Überlegung, dass man die Verbreitung von übertragbaren Krankheiten durch Einschränkung der Kontakte ausbremsen könnte, war selbstverständlich nicht neu. Bereits 2007 wird in einem Dokument der amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) dies in einer Grafik anhand von 2 Kurven visualisiert.2
Hier ging es im Rahmen der Influenza darum, den Peak der Krankschreibungen im Gesundheitswesen und anderen kritischen Bereichen abzusenken. Außerdem erhoffte man sich das Maximum in die wärmere Jahreszeit zu verschieben, sodass es insgesamt weniger Krankheitsfälle gibt.
Theoretischer Hintergrund: im klassischen epidemiologischen SIR-Modell ist der Verlauf der Anzahl der infizierten Personen (Infected) von der Transmissionsrate (üblicherweise mit β bezeichnet) abhängig. Je mehr Kontakte, je größer β, je höher, schmaler und früher fällt die entsprechende Kurve aus.3 Für 2 unterschiedliche Raten erhält man so die gezeigte Darstellung. Der Ausdruck “Flatten the curve” wurde gelegentlich auch synonym zu “brechen der Exponentialität” benutzt. Dies ist nicht korrekt: man betrachtet 2 Kurven welche beide nicht exponentiell sind.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die graphische Darstellung 2 Jahre später von dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in einem technischen Bericht übernommen wurde.4
Somit hatten sowohl die amerikanische als auch die europäische Seuchenbehörde das Konzept mehr als 10 Jahre sozusagen “in der Schublade liegen” und es wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass von dieser Seite die Initiative ausgegangen wäre es im Kontext von COVID-19 zu kommunizieren. Aber es kam anders.
Entstehungsgeschichte
Wie es zu der finalen Version kam, ist in zahlreichen Quellen übereinstimmend dokumentiert.56 Ein wesentlicher Anteil daran hatte somit ein Artikel der eigentlich fachfremden Daten-Journalistin Rosamund Pearce in der Druckausgabe des The Economist vom 27. Februar 2020, welche die Grafik der CDC als Vorlage nahm.7
Es mag relevant sein, dass Pearce laut ihrer Biographie einen Master in Wissenschafts-Kommunikation am Imperial College London erlangt hatte.8 Vor ihrer Karriere beim The Economist half sie mit das Narrativ des anthropogenen Klimawandels beim Online-Magazin Carbon Brief zu verbreiten.9 Eine langjährige Erfahrung in Epidemiologie dürfte daher ausgeschlossen werden und die Frage ist daher berechtigt unter welchen Umständen es dazu kam, dass sie die CDC-Grafik in einem zu dem Zeitpunkt 13 Jahre alten Dokument “ausgraben” konnte.
Am gleichen Tage noch überarbeitete der Public Health Analyst und Mitglied des Expert Panel Health des Wall Street Journals Drew A. Harris dieses Bild: er fügte die Gerade hinzu, welche die Kapazitätsgrenze des Gesundheitssystem symbolisierte und publizierte die neue Version auf Twitter10 und LinkedIn. Diese ging anschließend viral.
Am 9. März veröffentlichte die Mikrobiologin Siouxsie Wiles einen Artikel im The Spinoff mit einer animierten Grafik im GIF-Format, einer schon professionell aufbereiteten Version des Entwurfs von Harris.11
Einen Tag später publizierte der Online-Unternehmer Tomas Pueyo auf Medium seinen legendären Post “Coronavirus: Why You Must Act Now”.12 Nach eigenen Angaben hatte der Artikel 40 Millionen Aufrufe und es wird auf Übersetzungen in über 40 Sprachen verlinkt. Eine animierte Grafik von “Flatten the Curve” findet sich auch hier.
Obach der großen Aufmerksamkeit welche der Post erlangt hatte, wurde der Autor manchmal fälschlicherweise für den Erfinder des Slogans gehalten. Die Argumentation Pueyos in seinem Post ist dabei ganz auf Linie mit der Einschätzung der WHO bezüglich der Maßnahmen in China. Auch sein Nachfolgeartikel “Coronavirus: The Hammer and the Dance” sollte im Nachhinein eine wichtige Rolle spielen, wurde hier doch nicht nur ein neues Konzept vorgestellt sondern auch offenbart, was in den nächsten Monaten tatsächlich auf uns zukommen würde.13
Als offizielle Botschaft darf “flatten the curve” spätestens gewertet werden, als Anthony Fauci am 10. März während eines Briefings der Task Force im Weißen Haus diese Terminologie benutzte.14
If you look at the curves of outbreaks, you know, they go up big peaks, and then they come down. What we need to do is flatten that down. That would have less people infected. That would, ultimately, have less deaths.
Das ECDC übernahm das Konzept in seinem Rapid Risk Assessment (RRA) vom 12. März.15 Zur Graphik schrieb man:
Therefore, a proactive and aggressive approach is needed to delay transmission, as containing transmission in a specific area or country in the EU/EEA is no longer considered feasible (Figure 1).
Auch hier fiel wieder der Vergleich mit China:
Currently, EU/EEA countries’ epidemiological situation varies by region, but analysis of the epidemic progression indicates that the situation in Italy and other EU/EEA countries are generally following the epidemic curve that was noted in China during January and February […]
Wie wir in einem vorherigen Artikel16 ausgeführt haben, dürfte es dann auch wieder über diesen Weg gewesen sein wie die Grafik Luxemburg erreichte: die Reaktion erfolgte nämlich fast wieder zeitgleich: das Gesundheits-Ministerium veröffentlichte am 13. März auf seiner Facebook-Seite den folgenden Post.17
Im Detail erklärt wurde das Konzept auf einem Presse Briefing 3 Tage später, am ersten Tag im “Lockdown”.18
Halten wir fest: eine lose Truppe von teilweise wissenschaftlichen Laien erstellt in der “schlimmsten Pandemie” ein Kommunikations-Konzept und verbreitet es millionenfach in den sozialen Medien. Anschließend wird das Paradigma von offizieller Seite übernommen, dessen Aufgabe es eigentlich gewesen wäre es selbst auszuarbeiten.
Aus unter anderem den Twitter-Files wissen wir mittlerweile, dass die sozialen Medien im Zusammenhang mit COVID-19 von US-Behörden streng überwacht wurden. So hatte beispielsweise Meta für die CDC auf Facebook ein Interface angelegt, mit welchem unmittelbar Posts vorgeschlagen werden konnten, die gelöscht werden sollten.19 “Flatten the curve” ließ man dagegen offensichtlich stattfinden ohne einzugreifen, ein entsprechender Faktencheck hierzu ist uns ebenfalls nicht bekannt: somit dürfte die Aktion zumindest als mit dem offiziellen Narrativ kompatibel eingestuft worden sein. Darüberhinaus ist die Frage berechtigt, ob hier ein Testballon steigen gelassen worden war um die allgemeine Akzeptanz dieses Erklärungsmodells zu evaluieren. Im Falle einer Ablehnung hätte man zumindest nicht auf Behördenebene blamiert gewesen.
Unabhängig davon scheint klar zu sein, dass man sich Anfang März global auf dieses Paradigma einigte, noch rechtzeitig vor den Lockdowns in den meisten westlichen Staaten.
Ein Kommentar im The Lancet
Was die beiden letzten “Pandemien” angeht, hatte das Imperial College London jedes Mal eine nicht unerhebliche Rolle gespielt. Bei der Schweinegrippe 2009 hatte man bereits durch fehlerhafte mathematische Modellierungen Phantasie-Zahlen an Infizierten vorhergesagt. Trotz diesem Scheitern tat dies dem Vertrauen in die Expertise der Hochschule im Folgenden jedoch keinen Abbruch: auch bei Corona durfte man die Welt wieder mit dem berüchtigten “Report 9” vom 16. März 2020 in Angst und Schrecken versetzen.20 Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) die Universität schon seit Jahren mehr als üppig unterstützt, Interessenkonflikte dürften somit auch immer mit im Spiel gewesen sein.21
Die New York Times (NYT) veröffentliche Ende März einen Artikel zu “Flatten the curve”.22 Hier wird mit dem Satz “For a more detailed analysis, see a recent paper in The Lancet […]” auf einen Kommentar hingewiesen, welcher am 6. März im The Lancet erschienen war: “How will country-based mitigation measures influence the course of the COVID-19 epidemic?”.23 Hauptautor ist der einflussreiche Epidemiologe Roy M. Anderson vom Imperial College London. Der Artikel wurde bis zum heutigen Tage mehr als 2500-mal zitiert, er dürfte also die weltweite COVID-19-Politik nachhaltig mitgestaltet haben. Erwähnenswert ist, dass Anderson auch persönlich Verbindungen zur Pharmaindustrie unterhält: wie im Artikel erwähnt war er 10 Jahre lang bis 2018 “Non Executive Director” bei GlaxoSmithKline (GSK).
In besagtem Kontext zitiert würde man nun erwarten, nähere Erklärungen zu “flatten the curve” zu erhalten: dieses Konzept wird jedoch eher nur am Rande erwähnt. Auch wenn der Text eine Grafik enthält, welche unter anderem das Schema mit der Beschriftung “Social distancing flattens curve” zeigt (grüne Kurve), so liegt der Schwerpunkt eindeutig auf einem Szenario mit “wirksameren” Massnahmen über einen kurzen Zeitraum (blaue Kurve).
Bei dieser Simulation wird mit einem Wiederaufleben der Infektionen nach der Lockerung gerechnet. Rückblickend war diese Vorhersage erstaunlich akkurat, wenn man sich den Verlauf der bestätigten COVID-19-Fälle im EU-Raum ansieht.
Somit ist klar, dass man bereits Anfang März nicht davon ausging dass ein kurzer Lockdown das Problem lösen würde (oder sollte): bei der Einheit auf der horizontalen Zeitachse handelt es sich wohlgemerkt um Monate. Der Text ist aber auch ansonsten äußerst aufschlussreich was die Einschätzung der Situation durch den Autor angeht. So erfahren wir, dass Lockdowns in der Art wie sie in China durchgeführt worden waren notwendig sind,
Therefore, broader-scale social distancing is likely to be needed, as was put in place in China.
dass Kranke erst bei akuten Symptomen einen Arzt aufsuchen sollen,
Early selfisolation, seeking medical advice remotely unless symptoms are severe, and social distancing are key.
im Herbst mit einem neuen Ausbruch zu rechnen ist
If measures are relaxed after a few months to avoid severe economic impact, a further peak is likely to occur in the autumn (figure).
oder die Frage wie man dies überhaupt der Öffentlichkeit kommunizieren sollte, um das gewünschte Resultat zu erzielen.
[…] it is unclear what communication strategies or social distancing actions individuals and governments must put in place to achieve these desired outcomes.
Unsere Einschätzung zu diesem Kommentar: hier wurde das Skript der Pandemie offenbart, welches allem Anschein nicht darin bestand durch einen 2-wöchigen Lockdown die epidemiologische Kurve abzuflachen. Dass man hier “flatten the curve” trotzdem erwähnte, mag eine Reaktion auf dessen rezenter Erfolg gewesen sein oder diente vielleicht dem Zweck diese Kommunikations-Strategie weiter zu etablieren um sie im Bedarfsfall nutzen zu können. Allein der Umstand, dass ausgerechnet eine ehemalige Absolventin dieser Hochschule das Konzept neu belebt hatte, sollte hellhörig machen.
Politisierung von “flatten the curve”: USA vs. Europa
Dass Donald Trump während seiner Amtszeit zumindest bei der COVID-Politik manchmal nicht Herr im eigenen (weißen) Haus war, ist mittlerweile belegt. Man könnte dabei schon fast von einer Verschwörung gegen den Präsidenten sprechen: immerhin war sogar im fernen Europa dem Robert Koch-Institut bekannt, dass die Zulassung der Covid19-Impfstoffe in den USA vorsätzlich hinausgezögert wurde, wie wir aus dem RKI-Leak wissen.24
Die Erklärung liegt nahe, dass es darum ging Trump nicht den Verdienst zu gönnen zum Zeitpunkt der Einführung der Impfstoffe noch amtierender Präsident zu sein. Jener war sich diesem Sachverhalt bewusst und hatte im November 2021 getwittert:
The @US_FDA and the Democrats didn’t want to have me get a Vaccine WIN, prior to the election, so instead it came out five days later – As I’ve said all along!
Eine Aussage welche in einem Faktencheck von der Associated Press (AP) damals selbstverständlich versucht wurde zu widerlegen.25
Angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen war die politische Gegenpartei insgesamt bestrebt, kein gutes Haar an der Corona-Politik des Republikaners zu lassen: mochte der Slogan “flatten the curve” anfangs wohl sehr nützlich gewesen um die Lockdown-Maßnahmen anzustoßen, so wurde dieser kurze Zeit später diskreditiert.
Das Magazin Time titelte bereits im August 2020: “Why the U.S. Is Losing the War on COVID-19”.26 Sobald wieder mehr Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, wollte man die anfänglichen “Erfolge” schnell relativieren.
Vox zieht ebenfalls im Dezember 2020 eine vernichtende Bilanz: “Flattening the curve worked — until it didn’t”.27 Hier spricht man nun auch klar von einer “public health message”, nicht mehr von einer Maßnahmen-Strategie um die Zahl der Infizierten zu drücken.
As a public health message, despite the initial success, “flatten the curve” has lost its force and America’s public health leadership failed to adapt and find a new message that would resonate with people.
Der englisch-sprachige Wikipedia-Eintrag zu “Flattening the curve”, welcher sich laut den zitierten Quellen hauptsächlich mit den USA befasst, kommt zu dem Schluss, dass ab 2021 der Ausdruck fast keine Rolle mehr bei der Kommunikation spielte:28
By 2021, the phrase "flatten the curve" had largely fallen out of medical messaging etymology.
Ungeachtet der Entwicklung in den Staaten hatte dieser Slogan in der alten Welt dagegen nichts von seinem Glanz verloren. Anlässlich der “vierten Welle” hielt man im Robert Koch Institut im Sommer 2021 immer noch an diesem Paradigma fest.29
Es schien dabei aber jedoch eher um die wiederholte Vermittlung der Nachricht zu gehen, die erlernten Verhaltensregeln wieder strikter einzuhalten und sich auf kommende Freiheitsbeschränkungen einzustellen.
Auch bei unseren damaligen Gesundheits-Ministerin Lenert gehörte im Mai 2021 der Begriff immer noch zum Vokabular, wie sie in einem Interview mit Paperjam bekundete.30
Il y a toujours un risque de retourner dans l'exponentialité pour une raison ou une autre et de devoir tout changer à nouveau. Et les nouveaux variants peuvent perturber. Mais nous n'avons jamais eu une stratégie `zéro Covid': nous essayons d'aplatir la courbe pour éviter qu'il y ait trop de personnes à un moment donné dans les hôpitaux.
Hier wird “aplatir la courbe” interessanterweise als Synonym für “gemäßigtere Massnahmen” benutzt, als Abgrenzung zu “zéro Covid”, ein Kelch welcher glücklicherweise an uns vorüber ging.
Abschließend können wir für diesen Abschnitt folgern: wäre das Modell “Flatten the curve” rein wissenschaftlich und wirksam gewesen, hätte es nachhaltig seine Gültigkeit behalten und dies unabhängig von politischen Umständen.
Social engineering
Die deutsche Bundesregierung hatte Anfang 2020 das Strategiepapier mit dem Titel “Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen” in Auftrag gegeben. Als “VS [Verschlusssache] - NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH” gedacht, wurde es jedoch geleakt und schließlich auf Frag den Staat publiziert.31 Es bekam schnell den Beinamen “Panikpabier”, da es offensichtlich auf Horrorszenarien setzte um bei der Bevölkerung die Akzeptanz für die COVID-19-Maßnahmen herbeizuführen.
Laut Wikipedia-Eintrag wurde das Dokument vom 19. bis 22. März verfasst, die Autoren konnten somit aus dem reichen Fundus der bereits ausgearbeiteten Konzepte schöpfen: “flatten the curve” nannte man hier “Dehnung”, auch “the hammer and the dance“ von Pueyo kam zu Ehren, hier kurz “Hammer and Dance“genannt. Dass eher spekulative Ansätze betrachtet wurden hatte wohl damit zu tun, dass keiner der Verfasser Naturwissenschaftler war.
Einer der Mitautoren des Strategiepapiers, Prof. Dr. Heinz Bude, zu jener Zeit Soziologe an der Uni Kassel, verriet in einer Diskussionsveranstaltung an der Universität Graz im Januar 2024 zu welchem Zweck man den Slogan “Flatten the curve“ benutzte.32
Noch einmal aus dem Nähkästchen geplaudert: Wir haben gesagt, wir mussten … wir müssen ein Modell finden, um Folgebereitschaft herzustellen, das so ein bisschen wissenschaftsähnlich ist. Und das war diese Formel „Flatten the curve“, dass wir gesagt haben „Wie können wir die Leute zu überzeugen, mitzutun?“ Wir sagen denen, es sieht so nach Wissenschaft aus, ne? Man sagt, „wenn ihr, wenn ihr schön diszipliniert seid, könnt ihr die Kurve verändern“.
Dass es also vor allem darum ging die Selbstwirksamkeit zu stärken, war auch von Verhaltensforschern bereits erkannt worden:33
In addition, since the FTC [flatten the curve] charts explicitly visualize how collective actions against the spread of virus can bring the pandemic under better control, viewers may be motivated to follow the CDC’s guidelines on protective measures due to enhanced perceptions of self-efficacy.
Das Paper schließt mit dem Satz:
The goal is not only to promote the viewers’ understanding of science, but also to equip them with necessary knowledge and skills to see the rationale behind science and relate themselves to the scientists’ conclusion.
Sollte man daraus etwa folgern, dass die Wissenschaft den Menschen die Welt so erklärt, dass diese mit ihr einer Meinung sind?
Reality Check
Die fast schon beiläufige Frage lautet: fand ein Abflachen der Kurve statt, wurden die Infektionszahlen durch die Non-pharmaceutical interventions (NPI) gedrückt?
Eine Multiverse-Studie aus Stanford und Harvard kommt zu dem Schluss:34
In summary, we find no patterns in the overall set of models that suggests a clear relationship between COVID-19 government responses and outcomes. Strong claims about government responses’ impacts on COVID-19 may lack empirical support.
In Luxemburg ist die offizielle Aussage, der Lockdown wäre bewiesenermaßen wirksam gewesen leicht widerlegbar.35 Als offensichtliche Beispiele wäre da immer noch Schweden oder der Vergleich North- vs. South-Dakota aufzuzählen.36
Schlussbetrachtung
Vor den Augen der Welt läßt man eine Kommunikations-Strategie sich entwickeln und testet die Akzeptanz in den sozialen Medien. Politik und Behörden übernehmen das Konzept nachdem es in der breiten Öffentlichkeit auf Resonanz stößt. Die Wirksamkeit der eingesetzten Maßnahmen war dabei nicht gesichert und daneben ein gänzlich anderes Szenario bereits durchgespielt. Dass es schlicht um Massen-Manipulation ging, bestreiten mittlerweile nicht einmal mehr die Beteiligten, das sogenannte “Nudging” im wissenschaftlichen Bereich wird gar als selbstverständlich betrachtet.
Dass die Grafik auch in Luxemburg für die Kommunikation eingesetzt wurde, ist aller Wahrscheinlichkeit auf Empfehlung oder Anweisung durch die ECDC erfolgt, welche für das Konzept grünes Licht gegeben hat. Eine ihrer offiziellen Aufgaben ist es schließlich die Kommunikation in der EU auch in Krisenzeiten zu koordinieren, solange die Positionen der Partner mit denen der ECDC übereinstimmen.37
ECDC works together with a wide range of communication stakeholders at national, EU and international levels as well as with umbrella professional and patient organisations, clinical societies, and NGOs whose interests intersect with the Centre’s spheres of activities, when their communication objectives are in line with those of ECDC.
Wenn hier allerdings eine Art der Kommunikation propagiert wird, welche bereits mindestens als Nudging eingestuft werden kann und diese von den nationalen “Stakeholder” auch noch willfährig umgesetzt wird, sollte uns das beunruhigen. Dies gilt umso mehr im Zusammenspiel mit einem Digital Services Act, welcher im Endeffekt alle anderen Meinungen unterdrücken soll.
WHO (28.02.2020): Report of the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)
https://www.who.int/publications/i/item/report-of-the-who-china-joint-mission-on-coronavirus-disease-2019-(covid-19)
Centers for Disease Control and Prevention (U.S.) (2007). Interim pre-pandemic planning guidance : community strategy for pandemic influenza mitigation in the United States : early, targeted, layered use of nonpharmaceutical interventions.
https://stacks.cdc.gov/view/cdc/11425
https://en.wikipedia.org/wiki/Flattening_the_curve
Bemerkung: die englisch sprachige Version der Wikipedia beinhaltet eine sehr anschauliche Animation vom Einfluss der Transmissionsrate auf die Kurvenform der Infizierten.
ECDC (September 2009): Technical Report - Guide to public health measures to reduce the impact of influenza pandemics in Europe
https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/media/en/publications/Publications/0906_TER_Public_Health_Measures_for_Influenza_Pandemics.pdf
Fastcompany (13.03.2020): The story behind ‘flatten the curve,’ the defining chart of the coronavirus
https://www.fastcompany.com/90476143/the-story-behind-flatten-the-curve-the-defining-chart-of-the-coronavirus
Grow Magazine (“spring 2022”): Was ‘Flatten the Curve’ Effective?
https://grow.cals.wisc.edu/priority-themes/health-and-wellness/was-flatten-the-curve-effective
The Economist (29.02.2020): Covid-19 is now in 50 countries, and things will get worse
https://www.economist.com/briefing/2020/02/29/covid-19-is-now-in-50-countries-and-things-will-get-worse
The Economist / Editorial directory: Rosamund Pearce
https://mediadirectory.economist.com/people/rosamund-pearce/
Twitter-Tweet von Drew A. Harris (27.02.2020)
https://web.archive.org/web/20200326100631/https://twitter.com/drewaharris/status/1233267475036372992
Siouxsie Wiles (09.03.2020): The three phases of Covid-19 – and how we can make it manageable
https://thespinoff.co.nz/society/09-03-2020/the-three-phases-of-covid-19-and-how-we-can-make-it-manageable
Tomas Pueyo (10.03.2020): Coronavirus: Why You Must Act Now
https://tomaspueyo.medium.com/coronavirus-act-today-or-people-will-die-f4d3d9cd99ca
Tomas Pueyo (19.03.2020): Coronavirus: The Hammer and the Dance
https://tomaspueyo.medium.com/coronavirus-the-hammer-and-the-dance-be9337092b56
STAT (11.03.2020): Why ‘flattening the curve’ may be the world’s best bet to slow the coronavirus https://www.statnews.com/2020/03/11/flattening-curve-coronavirus/
European Centre for Disease Prevention and Control. Novel coronavirus disease 2019 (COVID-19) pandemic: increased transmission in the EU/EEA and the UK – sixth update – 12 March 2020. Stockholm: ECDC; 2020.
https://www.ecdc.europa.eu/sites/default/files/documents/RRA-sixth-update-Outbreak-of-novel-coronavirus-disease-2019-COVID-19.pdf
Expressis Verbis Substack (01.09.2024): Geliefert wie bestellt: Lockdown & Co.
https://expressisverbis.substack.com/p/geliefert-wie-bestellt-lockdown-and
Youtube-Channel Gouvernement LU (16.03.2020): Pressebriefing iwwert den Detail vun de neie Mesurë géint de Coronavirus
AMERICA FIRST LEGAL (25.09.2024): EXPLOSIVE CENSORSHIP DOCUMENTS – America First Legal Releases Complete Internal Facebook Onboarding Documents Used to Train CDC Employees on How to Censor the American Public
https://aflegal.org/explosive-censorship-documents-america-first-legal-releases-complete-internal-facebook-onboarding-documents-used-to-train-cdc-employees-on-how-to-censor-the-american-public/
Imperial College London (16.03.2020): Report 9 - Impact of non-pharmaceutical interventions (NPIs) to reduce COVID-19 mortality and healthcare demand
https://www.imperial.ac.uk/mrc-global-infectious-disease-analysis/disease-areas/covid-19/rep
New York Times (27.03.2020): Flattening the Coronavirus Curve
https://web.archive.org/web/20200327190028/https://www.nytimes.com/article/flatten-curve-coronavirus.html
Anderson RM, Heesterbeek H, Klinkenberg D, Hollingsworth TD. How will country-based mitigation measures influence the course of the COVID-19 epidemic? Lancet 2020; published online March 6. http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30567-5.
Sitzungsprotokoll des RKI-Krisenstabs vom 28. September 2020
https://www.rkileak.com/view?f=Sitzungsprotokolle/2020/Ergebnisprotokoll_Krisenstabssitzung_2020-09-28.docx
Associated Press (11.11.2020): AP FACT CHECK: Trump’s claims on vaccine, election are wrong https://apnews.com/ap-fact-check-trumps-claims-on-vaccine-election-are-wrong-108077c4b716db604ee49b42c6d64af0
Time (13.08.2020): Why the U.S. Is Losing the War on COVID-19
https://time.com/5879086/us-covid-19/
Vox (31.12.2020): Flattening the curve worked — until it didn’t
https://www.vox.com/22180261/covid-19-coronavirus-social-distancing-lockdowns-flatten-the-curve
Sitzungsprotokoll des RKI-Krisenstabs vom 23. Juli 2021
https://www.rkileak.com/view?f=Sitzungsprotokolle/2021/Ergebnisprotokoll_Krisenstabssitzung_2021-07-23.docx
Paperjam (14.05.2021): "Garder la surmortalité à un niveau modeste"
https://paperjam.lu/article/garder-surmortalite-a-niveau-m
FragDenStaat: Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen
https://fragdenstaat.de/dokumente/4123-wie-wir-covid-19-unter-kontrolle-bekommen/
YouTube (27.02.2024): “Gesellschaft im Ausnahmezustand - Was lernen wir aus der Coronakrise?”
Li, N., & Molder, A. L. (2021). Can scientists use simple infographics to convince? Effects of the “flatten the curve” charts on perceptions of and behavioral intentions toward social distancing measures during the COVID-19 pandemic. Public Understanding of Science, 30(7), 898-912. https://doi.org/10.1177/09636625211038719
Eran Bendavid, Chirag J. Patel, Epidemic outcomes following government responses to COVID-19: Insights from nearly 100,000 models. Sci. Adv.10, eadn0671 (2024).
DOI: https://doi.org/10.1126/sciadv.adn0671
Expressis Verbis Substack (17.09.2023): Lockdown revisited
https://expressisverbis.substack.com/p/die-corona-zeitkapsel-teil-1-lockdown














